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Bretagne im Winter Urlaub zur kalten Jahreszeit

Bretagne im Winter – Urlaub zur kalten Jahreszeit

Wie ist die Bretagne im Winter? Die meisten Reisenden und Urlauber kennen ihr Ferienziel aus der warmen leichten Sommerzeit. Was nur zu versändlich ist – zwischen Mai und September fühlt sich die Bretagne einfach am wohlsten an und zieht so auch den Großteil des Jahrestourismus. Dank der Trockenphase im Hochsommer, kann der Urlauber dann auch zimlich sicher Ausflüge planen und natürlich im Meer schwimmen.

Massentourismus und Einsamkeit in der Bretagne

Die Bretagne ist zwar dem klassischen Massentourismus bislang entgangen, wer aber in den Monaten Juli und August entlang der Küstengegenden unterwegs ist, fühlt sich schnell wie eine Sardine in der Dose.

Zu dieser Zeit hält Frankreich seine Ferienzeit ab. Kleine Küstenorte, die im Winter 5- 6000 Einwohner haben mutieren im Sommer schnell auf über 50 – 60 000 Bewohner. Allerdings kann sich dieser Menschenstrom an der über 1200 km lange Küstenlinie verteilen, theoretisch. So bleiben genug ruhige Orte, an denen Sie entspannen können. Man muß diese nur kennen und umgekehrt – die Puplikumsmagnete, dann erlebt man keine üble Überraschung auf der Suche nach Ruhe und Einsamkeit.

Bretagne im Winter

Anders zur kalten Jahreszeit, dann kämpft man nicht mehr gegen lange Staus bei der Anreise oder verzweifelt bei der Parkplatzsuche vorm Strand. Ab Anfang September wird es in der Bretagne ruhiger und spätestens wenn der Winter sich über das Land legt, hat man die Gegend ganz für sich. Nur was machen, wenn es draußen kalt ist, der Dauerregen den Boden derart getränkt hat, dass etliche Wiesen und sogar manche Straßen unter Wasser stehen?

Weihnachtsmarkt

Der Dauerregen ist ja nicht immer und überall in der Bretagne und das milde Klima gestaltet den Besuch auf einem der Weihnachtsmärkte viel erträglicher als bei Eiseskälte. Glühwein und Lebkuchen schmecken auch bei 10- 15 °C zum Beispiel in Rochefort en Terre. Diese Stadt aus dem Mittelalter hat sich ihren Charme über die Jahrhunderte bewahrt und lädt jedes Jahr ab Ende November bis in die erste Januar Woche zum Marché de Noël.

Bretagne im Winter
Rochefort en Terre Bretagne

Weihnachten und Silvester

Für Meeresfrüchte Liebhaber ist es zu Weihnachten und Silvester in Frankreich und gerade auch in der Bretagne traumhaft. Es werden zwar während des ganzen Jahres große Fischtheken in Supermärkten und auf Märkten angeboten, aber im Dezember wird das Angebot nochmals gesteigert. Wenn man mit den Krabbeltieren aus dem Meer nicht viel anzufangen weiß, gibt es natürlich jede Menge Alternativen. Zum Beispiel die Galettes, kennen Sie vielleicht aus dem Sommerurlaub, aus Buchweizenmehl gemachte pikante Pfannkuchen oder Kig ha farz, ein bretonischer Eintopf. Natürlich steht daneben jede Menge Fisch zur Wahl, am besten mit Kartoffeln und Artischocken – made in Breizh.

Eine Besonderheit gibt es zu Silvester: Es wird nicht gebölltert!! Zumindest nicht in dem Ausmaße wie in Deutschland. Der Silvesterabend läuft sonst ähnlich wie bei uns ab: ein langer gemütlicher Abend mit Freunden und der Familie, an dem über den ganzen Abend gegessen und getrunken wird. Anschließend werden Spiele gespielt. Um Mitternacht stößt man mit Champagner an und wenn noch nicht geschehen, nimmt man das Dessert ein. Dann wird weiter getrunken. Die Notwendigkeit bei eisigen Temperaturen gefährliche Knallkörper anzuzünden besteht hier nicht.

Wellenreiten

Bereits im Herbst kommen die ersten schweren Stürme über den Atlantik und sorgen bei Surfer für Begeisterung. Dann werden am Strand von La Torche, im Finistère internationale Surfwettbewerbe abgehalten. Je nach Wetterlage sind über den gesamten Winter immer wieder hohe Wellen an den Küsten anzutreffen, die nicht nur für Surfer interessant sind. Wenn Wind und Wasser völlig entfesselt um die Felsen tosen und die Natur mit ihrer Kraft zu spielen scheint, wird das für jeden Naturbegeisterten ein unvergesslicher Augenblick.

Mit dem Pferd

Die Strände sind im Winter zum Großteil wieder für den Pferdesport geöffnet. Im Sommer regelt das die Tafel am Strandeingang, sie zeigt an, was wann erlaubt ist. Wenn Sie nicht gerade mit Ihrem Pferd Urlaub machen, gibt es zahlreiche Reitställe in der gesamten Bretagne, bei denen Sie ein Pferd gesattelt bekommen. Anschließend haben Sie die Wahl zwischen Reitwegen im Wald und Feld, durch Heidelandschaft, auf Stränden und entlang der Küste, Wege zum Ausreiten von insgesamt 2600 km Länge.

Dem milden Klima zum Trotz

Selbst in der Bretagne kann es im Winter vorkommen, dass das Thermoter Temperaturen unter Null Grad Celsius anzeigt. Vor allem wenn die Kraft der Meereswärme zu schwach wird und kalte Winde aus Osten kommen, treibt es Frost über das Land. Mit etwas Glück kann man dann die Verwandlung einer Landschaft beobachten, die sich von gargem Graubraun in leuchtendes Weiß ändert. Gefrierender Nebel setzt sich auf die Büsche und Bäume, Wiesen und Felder nieder. Ganz selten schneit es.

Winter Landschaft am Kanal Nantes-Brest
Winter Landschaft am Kanal Nantes-Brest

Generell zu beachten

In der Nebensaison und vor allem im Winter sind viele Restaurants und Geschäfte in den kleineren Küstenstädtchen geschlossen. In größeren Städten wie St. Malo oder Brest ist das natürlich nichts so. Aber die Bretagne ist im Winter deswegen nicht tot sondern besitzt ihre eigene Lebendigkeit und Reiz diese während der kalten Monate zu besuchen.

Warum Bretagne im Winter

Wer sich nach Ruhe und Entspannung sehnt und dazu im Kontrast nach urspünglicher Natur mit stürmischem Meer und rauem Wind und keine Scheu vor wetterfester Kleidung hat, für den ist ein Urlaub in der Bretagne im Winter die richtige Wahl. Immer von klarer, frischer Meeresluft umgeben, ist diese schöne Region Frankreichs auch zur kalten Jahreszeit eine Reise wert.

Ben Schreck

Fotograf, Gartengestalter, Webdesigner, Naturbegeisterter, Reiseblogger

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